Ein volles Stadion, das lautstark zusammen ‘I’m forever blowing bubbles’ singt, ist bei jedem Heimspiel von West Ham der Ausgangspunkt für neunzig Minuten intensive Unterstützung. Der Arbeiterverein aus dem Osten Londons zog 2016 vom Upton Park ins London Stadium, wo das Vereinslied inzwischen genauso gut klingt, wie im alten Stadion.

Die Fans von ‚The Hammers‘ singen seit Jahren ‘I’m forever blowing bubbles’ und nahmen diese Tradition in das neue Stadion mit. Viele Fans waren mit dem Umzug in das London Stadium, dem ehemaligen Olympiastadion, überhaupt nicht zufrieden. Das alte Stadion, Upton Park, befand sich im Stadtteil, in dem sie aufgewachsen sind und sie ihre vertraute Kneipe hatten. Sie hatten keine Lust, in ein neues, größeres Stadion fünf Kilometer weiter entfernt zu gehen. Aber die Liebe für ihren Verein West Ham ist sehr groß und folgten ihm deshalb.

 

Das Olympiastadion war der wichtigste Schauplatz der Olympischen Sommerspiele 2012. Usain Bolt und das Staffelteam aus Jamaika stellten hier einen neuen Weltrekord auf. Nach den Spielen wollten drei Vereine das drittgrößtes Stadion Englands nutzen: West Ham United, Tottenham Hutspor und Leyton Orient. Letzen Endes erhielt West Ham den Zuspruch und verließ nach 112 Jahren den Upton Park, welcher auch als Boleyn Ground bekannt ist.

London Stadium

Das letzte Spiel im Boleyn Ground war sehr emotional. Im Duell Nummer 2398 auf diesem ‚heiligen Rasen‘ spielte West Ham gegen Manchester United. West Ham hatte eine gute Saison gespielt, hielt sich stabil im Mittelfeld und wollte die letzte Saison im vertrauten Stadion gut abschließen. Bis kurz vor Schluss stand es 2:2, aber in der achtzigsten Minute erzielte West Ham das 3:2. Nach dem Schlusspfiff stürmten die Fans auf das Spielfeld, um sich ein Stück des Rasens mitzunehmen, mit dem sie so viele Erinnerungen hatten. Im Jahr 2020 wurde Boleyn Ground komplett abgerissen und durch einen Wohnhauskomplex ersetzt.

Boleyn Ground

Vor der Saison 2016/2017 verkaufte West Ham alle 50.000 Dauerkarten. Das neue Stadion im Queen Elizabeth Olympic Park in der Nähe des Bahnhofs Stratford ist groß, imposant und modern, aber die Fans von West Ham kritisierten eine Sache: Die Laufbahn, durch die sie zu weit vom Feld entfernt saßen. Es war sehr schwer, die Atmosphäre vom Boleyn Ground ins Olympiastadion zu bringen. Aber dadurch, dass die Laufbahn jetzt durch Sitzplätze ersetzt ist, fühlt sich das Stadion vier Saisons später wie ihr eigens Stadion an.

Genau wie im Boleyn Ground sind die Tribünen hinter den Toren nach zwei Vereinslegende benannt. Die Sir Trevor Brooking Tribüne auf der Nordseite ist nach dem Mittelfeldspieler benannt, der 647 Duelle für ‚The Hammers‘ bestritt. Die südliche Bobby Moore Tribüne trägt den Namen der Vereinslegende, die während der Weltmeisterschaft 1966 den englischen Kader anführte. In der Nähe des alten West Ham Stadions befindet sich eine Statue von Moore zusammen mit zwei anderen West Ham Spielern, Geoff Hurst und Martin Peters, ebenfalls aus der erfolgreichen Zeit der englischen Nationalmannschaft.

London Stadium

West Ham hat 2016 einen Vertrag für 99 Jahre unterschrieben und kann daher noch viele Jahre im Olympiastadion spielen. Mit einer Kapazität von 60.000 Zuschauern, einer guten Erreichbarkeit und modernen Einrichtungen hofft der Verein, in Zukunft den Schritt nach oben zu schaffen. Darüber hinaus hört der Vorstand aufmerksam auf die Wünsche der Fans, denn für großartige Leistungen braucht West Ham die bedingungslose Unterstützung seiner Fans. Wenn die ersten Erfolge erzielt werden, wird sich das London Stadium wie ein neues Zuhause mit neuen Erinnerungen für die Fans anfühlen.

West Ham Stadium